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"Kirchturm, Kiosk, Kinderspiele"
(Stadtteilzeitung MQ August/2013 - Redaktion)

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SchülerInnen der Elisabeth-von-Rantzau-Schule schreiben in Kooperation mit MITTENDRIN ein Buch über BewohnerInnen des Michaelisviertels. „Iris Blobel lebte von ihrem ersten bis zu ihrem 37. Lebensjahr in einem Eckhaus Burgstraße/Alter Markt mit insgesamt zehn Wohnparteien", berichtet Eva Dröge, Abiturientin der Elisabeth-von-Rantzau-Schule und ergänzt: „Dort wuchs sie zunächst mit ihrer älteren Schwester bei den Eltern in einer 66 Quadratmeter großen Dreizimmerwohnung auf.

Die beiden Geschwister teilten sich ein gemeinsames Kinderzimmer." Nur wenige Meter von Dröge entfernt, im Veranstaltungsraum des Caritas-Pflegeheims „Magdalenenhof", sitzt die heute 45-jährige Blobel, lächelt und hört ihrer eigenen Biographie gebannt zu. Ihre und 15 weitere Lebensgeschichten sind Teil des Buchprojektes „Kirchturm, Kiosk, Kinderspiele. Kindheit und Jugend im Michaelisviertel", welches jetzt im „Magdalenenhof" präsentiert wurde.

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Ganz vorne sitzt Günter Apel, Jahrgang 1942. Ronja Tabellion hat ihn besucht, interviewt und portraitiert. „Der heute Siebzigjährige wohnt seit langem wieder dort, wo er schon als Kind und Jugendlicher seine Zeit verbracht hat, im Michaelisviertel", erzählt die Schülerin des diesjährigen Abiturjahrgangs. Entstanden ist das von der „Elisabeth-von-Rantzau-Schule" herausgegebene Buch während des Religionsunterrichts des Schulleiters Prof. Alois-Ernst Ehbrecht. „Religion will Begegnungen schaffen. Durch die Interviews haben sich Menschen kennengelernt, die nie zusammengekommen wären", fasst Ehbrecht in seiner Ansprache eines der Ziele zusammen. Dröge ist von dem Buchprojekt überzeugt. „Ich bin nicht in Hildesheim aufgewachsen und konnte durch die Interviews erfahren, wie sich das Viertel verändert hat", findet die 23-jährige Schülerin.

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Das Buch ist eines von vielen Aktionen, die von „MITTENDRIN", ein Projekt der Bischöflichen Stiftung Gemeinsam für das Leben, initiiert und gefördert werden. MITTENDRIN hilft den Menschen im Michaelisviertel, Nachbarschaften zu stärken und zu nutzen: ob Klöncafé, gemeinsame Unternehmungen, Nachbarschaftsfeste, die sogenannten Frühstücksgespräche oder das Buch „Kindheit und Jugend im Michaelisviertel". Hier werden Menschen miteinander vernetzt. Das Alter spielt keine Rolle. „Im Mittelpunkt stehen Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 99 Jahren", so Martina Sanden-Marcus, Projektkoordinatorin von „MITTENDRIN", über „Kindheit und Jugend im Michaelisviertel". Für sie sei es besonders spannend gewesen, welch bunter Erfahrungsstrauß und welch unterschiedliche Blickwinkel auf das Viertel in diesem Buch zusammen gekommen sind.

Dr. Andrea Germer, Lehrbeauftragte am Institut für Geschichte der Universität Hildesheim, hat die SchülerInnen auf ihre Aufgaben vorbereitet. Fragetechniken wurden erlernt, Probeinterviews geführt und Texte überarbeitet. Zahlreiche Fotos illustrieren die Lebensgeschichten der BewohnerInnen des Michaelisviertel. Alte Fotos wurden zur Verfügung gestellt, einige aktuelle von den Schülern Nicolas Rimbach, Philip Gödeke und Niklas Tamke angefertigt. Wer wissen möchte, wer Affen-Schorse war, wo man sich besonders gut abseilen kann und wer den ersten Fernseher im Michaelisviertel besaß, erhält im Buch „Kindheit und Jugend im Michaelisviertel" Antworten. Erhältlich ist das Buch bei MITTENDRIN; im Michaelis WeltCafé und in Hildesheimer Buchhandlungen.