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Vom Blaumacher und der Sonne bei Capri – Begegnungen der Generationen im Magdalenenhof

(Stadtteilzeitung MQ Mai 2016 - Redaktion)

Donnerstagmorgen im Magdalenenhof, etwa ein Dutzend BewohnerInnen des Hauses haben im Veranstaltungsraum Platz genommen. Am Klavier stehen 25 Schüler und Schülerinnen der Robert-Bosch-Gesamtschule.

Diesen Vormittag wollen sie gemeinsam mit ihrer Lehrerin Karola Herbeck im Magdalenenhof verbringen. Sie haben sich gut auf ihren Besuch vorbereitet. Im Gepäck sind nicht nur Gitarren, Kachons und eigenes für diesen Anlass hergestellte Liederhefte sondern auch ein Fragebogen zum Thema „Frühere Berufe und damalige Traditionen“. Begleitet wird die Begegnung von der Sozialpädagogin Anne Praetze-Caronna, die schon seit vielen Jahren im Sozialen Dienst des Magdalenenhofs arbeitet. Sie freut sich über das Interesse der Jugendlichen. Und die Fragen, die sie mitgebracht haben, passen gut zum Jahresmotto „Handwerk und Tradition“, um das sich diverse Aktivitäten im Haus und Quartier entfalten. Zum Einstieg wird gemeinsam gesungen. Besonders begeistert stimmen die älteren Damen und Herren in das Sehnsuchtslied der 50er Jahre „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“ ein. Anschließend kommt man in kleinen Tischgruppen leicht ins Gespräch. An dem einen Tisch geht es direkt mit Berufskärtchen, die von den Schülern selbst gestaltet wurden, los. Die älteren Herrschaften sollen herausbekommen, welche Berufe von den Schüler/innen bildlich dargestellt wurden. Nicht alles ist sofort zu erkennen und für Schmunzeln sorgt nicht nur der Beruf des „Blaumachers“. Dann wird es ernsthafter. Die jungen Leute interessieren sich dafür, warum ihre Gesprächspartner ihren jeweiligen Beruf ergriffen und ob die Arbeit ihnen Freude gemacht hat. Eine Dame erzählt, dass sie viele Jahre in einem Wäschegeschäft gearbeitet hat: „Da war ich an der Kasse, ich war ja früher auch im Rechnen immer gut und hab das so gerne gemacht“. „Das ist bei uns nicht so“, kommentiert spontan eine der Schülerinnen und alle lachen. Auch Familientraditionen interessieren die Schüler/innen. Eine Dame erzählt, dass sie früher direkt an einem Fußballplatz gewohnt hat und dass es Tradition war, sich dort zu treffen und gemeinsam Spiele anzuschauen. Fußball verbindet. Während die ältere Dame Fan der Frauennationalmannschaft und des VFL Osnabrück ist, sind zwei der Jungs Anhänger von Bayern und Barcelona. Die Jugendlichen wollen auch mehr über das derzeitige Leben der älteren Damen und Herren wissen. „Haben Sie denn hier einen Fernseher auf Ihrem Zimmer?“, fragt einer. „Natürlich“, antwortet seine Gesprächspartnerin, „Fernsehen finde ich sehr wichtig, da kriegt man mit, was in der Welt passiert.“ „Na, das können Sie mal meinen Eltern erzählen“, erwidert der Jugendliche. Die Zeit ist für alle wie im Flug vergangen. Während einige Schüler zum Schluss noch beim Aufräumen helfen, zeigt eine ältere Dame ihren beiden jugendlichen Gesprächspartnerinnen noch ihr Zimmer. Begeistert von der netten Begegnung kommen die beiden zurück und versprechen, sie bald wieder zu besuchen.